Lebensqualität trotz Bettlägerigkeit: Diese Lagerungshilfen helfen wirklich!

Bettlägerigkeit bedeutet nicht, dass man auf Lebensqualität verzichten muss! Mit den richtigen Lagerungshilfen, cleveren Matratzen und ein bisschen Know-how lassen sich viele Probleme vermeiden – von schmerzhaften Druckstellen bis hin zu gefährlichen Hautdefekten. In Pflegeheimen gibt es in der Regel einen ausgefeilten Lagerungsplan pro Patient, damit sichergestellt wird, dass die Lagerung mal auf dem Rücken, mal auf der rechten und mal auf der linken Seite stattfindet.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit den passenden Hilfsmitteln Druckentlastung schaffen und Ihre Haut gesund erhalten.

Warum ein Lagerungswechsel so wichtig ist

Wenn wir zu lange auf derselben Stelle liegen, werden die Haut und das darunterliegende Gewebe abgedrückt und erhalten auf Dauer nicht genug Sauerstoff. Das Ergebnis? Die Zellen sterben ab – und das kann zu offenen Hautdefekten führen. Besonders nach einer langen Operation (mit mehreren Stunden auf dem OP-Tisch) oder bei einem geschwächtem Allgemeinzustand (z. B. im Alter, bei schlechter Ernährung oder einem schwachem Immunsystem) ist die Gefahr groß, dass diese Stellen nicht mehr heilen. Sie können schwarz werden (dann spricht man von Nekrosen – abgestorbenem Gewebe).

Die beste Maßnahme: Alle zwei Stunden die Position verändern! So bekommt die Haut immer wieder eine Pause und kann frisch mit Sauerstoff versorgt werden.

Welche Lagerungshilfen wirklich helfen

Wechseldruckmatratze: Das „Schaukelbett“ gegen Dekubitus

Die Wechseldruckmatratze arbeitet mit Luftkammern, die abwechselnd befüllt und entleert werden. Der Motor (ja, er brummt ein wenig und braucht Strom) sorgt dafür, dass sich der Druck immer wieder verschiebt – fast wie auf einem schaukelnden Boot. Diese Lösung ist ideal bei bereits bestehenden, schweren Hautdefekten und entlastet insbesondere personell schwach besetzte Pflegeheime. Allerdings sollten die Patienten nicht zu Seekrankheit neigen.

Mehr Infos gibt’s hier: Saniflow II Wechseldrucksystem.

Weichlagerungsmatratze: Sanfte Druckentlastung

Bei leichten Hautdefekten und zur Prävention ist die Weichlagerungsmatratze die richtige Wahl. Sie besteht aus mehreren Schichten Schaumstoff, die optimalen Druckausgleich bieten. Das entspannt die Haut und ist gleichzeitig hilfreich beim Aufrichten und Mobilisieren. Besonders gut: Da sie sich nicht so stark zusammendrückt, hilft sie bei der Mobilisierung der Patienten: Durch die Vermeidung der „Rutschbahn“ am Rand liefert sie automatisch mehr Sicherheit. Wir nutzen gern und häufig diese Modelle: Viscoplot oder Theraplot.

Lagerungsschlange: Unser Favorit

Die Lagerungsschlange ist das Multitalent unter den Lagerungshilfen. Sie ist lang (2,50 m) und vielseitig einsetzbar: entlang des Rückens, zwischen den Beinen, unter den Fersen – und sie sorgt dafür, dass nichts scheuert oder drückt. Gefüllt mit Polysterolkügelchen oder moderner Hightech-Faser, ist sie viel besser als das alte Sofakissen oder eine zusammengerollte Decke, denn sie hält die Form und gibt guten Halt. Die Version, die wir bevorzugen, hat nicht nur einen Inkontinenz-Bezug sondern zusätzlich auch einen waschbaren Baumwoll-Bezug – für ein angenehm trockenes Gefühl auf der Haut.

Kleine Kissen und Mikrolagerungshilfen

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Großes bewirken: Spezielle Mikrolagerungskissen oder kleine Keilkissen verhindern Druckstellen zwischen den Knien oder an den Händen (z. B. bei verkrampften Fäusten). Auch hier gilt: Es gibt sie in diversen Farben mit waschbarem Bezug und optimaler Füllung für maximale Druckentlastung.

Sitzkissen gegen Druckstellen

„Sitzringe“? Die gehören in die Vergangenheit, denn sie verlagern das Problem nur. Heute gibt es clevere Antidekubitus-Sitzkissen mit Würfelstruktur, Schaumstoff oder Luftkammern (wie das Roho-Kissen, das tatsächlich ein wenig wie ein Kuheuter aussieht). Diese Kissen verteilen den Druck gleichmäßig und verhindern neue Problemstellen – besonders wichtig bei längerem Sitzen oder bei Querschnittslähmung.

Fazit: Gute Lagerungshilfen verschaffen Bewegung

Ob Wechseldruckmatratze, Weichlagerungsmatratze, Lagerungsschlange oder Sitzkissen: Die richtigen Lagerungshilfen sind das A und O, wenn Bewegung nur eingeschränkt möglich ist. So können Hautdefekte vermieden oder die Heilung unterstützt werden. Und das Beste: Viele dieser Hilfsmittel haben eine Hilfsmittelnummer und können auf Rezept verordnet werden!

Unser Tipp: Kommen Sie in unsere Sanitätshäuser in Jüterbog und Treuenbrietzen. Wir beraten Sie persönlich, individuell und mit viel Herz – damit Sie oder Ihre Angehörigen gut versorgt sind!

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